spreewald im frühling auf Streifzügen mit Korb und Schere unterwegs war, kehrt oft mit einer reichen Ernte an Brennnessel, Giersch, Spitzwegerich oder Schafgarbe zurück. Der Schlüssel zur Haltbarkeit liegt zunächst in der schonenden Trocknung, denn nur vollständig trockene Blätter und Kräuter sind vor Schimmel und Gärung sicher. Waschen Sie die frischen Triebe kurz in kaltem Wasser und schleudern Sie sie gründlich in einem Küchentuch trocken. Breiten Sie die Kräuter dann locker auf einem Backblech mit Backpapier oder einem feinen Gitter aus, idealerweise an einem schattigen, luftigen Ort mit Temperaturen unter 40 Grad; direkte Sonne zerstört die wertvollen ätherischen Öle. Nach etwa fünf bis sieben Tagen, wenn die Blätter rascheln und sich leicht zerbröseln lassen, füllen Sie sie in dunkle, gut verschließbare Gläser ab. Für die wilde kräuterküche ist dieses Trockengut ein verlässlicher Vorrat, der sein Aroma über viele Monate behält, wenn Sie die Gläser kühl und dunkel lagern.
Für jene Wildkräuter, die Sie lieber frisch im Geschmack genießen möchten, bietet sich die Konservierung in Öl oder Essig an, wobei Sie unbedingt auf Hygiene achten sollten. Zerdrücken Sie frische, sorgfältig abgetrocknete Kräuter wie Bärlauch oder Sauerampfer leicht, geben Sie sie in saubere Gläser und bedecken Sie sie vollständig mit kaltgepresstem Raps- oder Olivenöl; so entstehen würzige Öle, die sich hervorragend für Salate oder zum Verfeinern von Gerichten eignen. Alternativ legen Sie die Kräuter in Apfelessig ein, der je nach Sorte die Aromen sanft auszieht. Diese Öl- und Essigansätze sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen verbraucht werden, da die Gefahr von Botulismus bei frischen Kräutern in Öl nicht zu unterschätzen ist. Wenn Sie größere Mengen Brennnessel oder Giersch blanchieren, also kurz in kochendem Wasser überbrühen und danach in Eiswasser abschrecken, können Sie diese wunderbar portionsweise einfrieren; so haben Sie auch im Winter eine grüne Basis für Suppen und Smoothies aus der wilde kräuterküche.

Ein weiterer bewährter Weg, das intensive Aroma der Spreewaldflora zu bündeln, ist die Verarbeitung zu Kräutersalz oder -zucker, wobei die feuchten Blätter zunächst gründlich im Mörser oder Mixer zerkleinert werden. Mischen Sie das frische Kräuterpüree im Verhältnis eins zu drei mit grobem Meersalz und lassen Sie das Ganze einige Tage an einem warmen Ort durchtrocknen; anschließend verreiben Sie die Mischung durch ein Sieb und füllen sie in Streugläser ab. Dieses aromatisierte Salz ist ein vielseitiges Geschenk aus der Natur und hält sich unbegrenzt, solange keine Feuchtigkeit eindringt. Ähnlich verfahren Sie mit Zucker, dem Sie etwa Lavendelblüten oder Minzblätter beimengen, um besondere Dessertnoten zu erzeugen. Unabhängig von der gewählten Methode gilt die goldene Regel: Füllen Sie jedes Glas randvoll und verschließen Sie es luftdicht, um Oxidation zu vermeiden. Beschriften Sie Ihre Vorräte stets mit dem Erntedatum und prüfen Sie regelmäßig auf Schimmel oder unangenehme Gerüche; so bleibt Ihre wilde kräuterküche das ganze Jahr über sicher und schmackhaft.